Es beginnt alles ganz harmlos. Der Landesrat beschließt "nee - nicht schon wieder nach Groß-Zerlang..." und schon geht die Suche los. Pfingsten rückt näher, es wird eine Lagerleitung eingesetzt. Die drei fahren durch ganz Brandenburg auf der Suche nach schönen Wiesen und dann steht es also fest: Es geht nach Brodowin. Weiter Zeit verstreicht. Plötzlich die Frage nach Stangenholz. Ich habe noch nie mehr als drei Bäume an einem Tag gefällt und plötzlich ist von 100 Stangen die Rede. Es waren dann keine hundert Bäume vielleicht eher 30 oder 40 aber immerhin.
Eine letzte Woche vergeht. Es kommen Anrufe: "Können wir vielleicht Deinen Hänger leihen?" "Wann denn" "Na jetzt sofort - Wir bringen ihn irgendwann Donnerstag Nacht oder Freitag Früh zurück".
Und dann ist er da der Freitag Morgen. Das Gepäck stapelt sich im Flur und wir beginnen mit dem Einladen.
Wie durch Gottes Fügung läuft mir unsere Nachbarin in die Arme und plötzlich stelle ich sie auch die Frage: "Können wir vielleicht noch Ihren Hänger leihen?" "Wann denn?" "Naja vielleicht sofort...?"
Gegen 12.30 Uhr kommen die Kinder und am Ende sitzen wir schneller in den Autos als gedacht. Die zwei Hänger ermöglichen uns alles Material mitzunehmen. Vielen Dank dafür!
Auf dem Platz sind wir die ersten Teilnehmer, die eintreffen. So haben wir noch die Qual der Wahl, insbesondere, da die Lagerleitung nicht da ist, um uns die vorausgewählten Plätze zu zeigen. Das Oasenteam weiss von nix und so installieren wir uns auf der Hügelkuppe, an einem einigermaßen ebenen Fleck. Zu diesem Zeitpunkt ist es unvorstellbar, dass hier Zelt für mehr als 150 Menschen in wenigen Stunden aus dem Boden wachsen sollen.
Immerhin, es gibt Toiletten und auch die Waschzelte sind schon aufgebaut. Die Oase steht. Es kann also eigentlich los gehen.
Was man den Bildern nicht ansieht, ist die unglaublich Hitze und
Schwüle. Mir läuft der Schweiss in Bächen und die Kinder ziehen sich in
den Schatten der Anhänger zurück.
Aber schon nach wenigen Stunden füllt sich der Platz. Unsere Nachbarn treffen ein zunächst vereinzelt aber dann in immer größeren Gruppen. Material wird verteilt. Kohten und Jurten entstehen und schon relativ schnell sieht es nicht mehr nach einer Wiese sondern nach einem Pfadfinderlager aus.
Nach dem Aufbau von zwei Jurten dürfen die Kinder ein bischen toben und auch für uns entspannt sich die Lage, nachdem die Schlafzelte stehen. Leider muss Stefan direkt wieder zurück fahren. Seinen Mädels geht es jeweils aus verschiedenen Gründen nicht gut.
Mit Unterstützung unserer Kochgruppe beginnen wir noch mit dem Aufbau der Theaterjurte. Vollenden werden wir sie aber erst gegen 0.30 Uhr - quasi nach dem Abendessen.
Das Problem des Tages ist tatsächlich das Abendessen. Zwar steht die Infrastruktur, aber sie funktioniert eben doch noch nicht ganz richtig. So gibt es erst nach 21 Uhr Abendessen. Das späte Zubettgehen erweist sich als Hypothek für den nächsten Tag.
Samstag
Am nächsten Morgen beginnt das Lager mit einer feierlichen Lagereröffnung. Alle kommen in ihren schönen Kostümen und es kommt trotz Bettwäschenturban ein Hauch von 1001 Nach auf.
Wie nicht anders zu erwarten, sind die Kostüme unserer Gruppe die Schönsten. Es gibt Räuber, Hirten, Tänzerinnen, Kalifen und ich weiss nicht was noch alles.
Kasimir hat seinen ersten großen Auftritt und wir übergeben unseren schönen selbst gewebten Teppich.
Nach der Lagereröffnung machen wir uns gerade noch rechtzeitig auf zur Hofführung nach Brodowin. Da beim VCP schon länger gilt möglichst lokal und bio, wollen wir doch mal sehen, wie unsere Kuh heisst, die uns alle mit Milch versorgt.
Schnell zeigt sich, es ist mehr als eine Kuh. Die Zahlen gehen eher in Richtung 600. Es ist also auch bei Demeters nicht mehr so familiär, wie sich der kleine Fritz das vorstellt. Aber anders ist es wohl heute auch kaum mehr möglich kosteneffizient zu produzieren.
Immerhin es gibt viel zu fotografieren und die Interessen sind ganz unterschiedlich.
Nach unserer Rückkehr gibt es ein schnelles Mittagessen und dann verlassen uns die Kräfte ein wenig. Wir versuchen das Tief mit Vorlesen zu überbrücken und einige finden den Absprung ins Land der Träume. Leider nicht unbedingt diejenigen, die es am meisten gebraucht hätten, wie sich dann abends zeigt.
Nach der Mittagspause besprechen wir den Abend. Ein leichter Regen und Wind lassen es empfindlich abkühlen, so dass wir in unserer Theaterjurte sitzen um zu beraten. Schließlich gibt es einige wichtige Tuchverleihungen. Immerhin beschließt die Gruppe, nach Durchsicht der Aktionen, einstimmig alle Aufnahmen. Damit steht dem Stammesabend nur noch das Abendessen im Weg.
Auch das Kochen muss in der Jurte statt finden. Immerhin gibt es fleißige Helfer und musikalische Untermalung aus OSW.
Der Abend geht mit einer kurzen aber nichts desto weniger stimmungsvollen Tuchverleihung auf seinen ersten Höhepunkt zu (Alex hat dabei Bilder gemacht, die ich hier noch einfügen werde).
Nach der Tuchverleihung versammeln wir uns noch zu Chai und schokolierten Fruchtspießen in der zwischenzeitlich schön eingerichteten Theaterjurte und singen mit OSW.
Sonntag
Nach einer kühlen Nacht weitgehend ohne Mücken. geht der nächste Tag
mit dem Lagergottesdienst und einer feierlichen Stammesaufnahme los. Da
Siemensstadt und Johannesstift bisher noch nicht im Land mit einem
feierlichen Akt aufgenommen wurden, ist hier nun die Gelegenheit.
Die Bilder dazu sind übrigens von Sandra wie auch alle anderen Bilder mit sg im Bildtitel (Vielen Dank).
Nach dem Gottesdienst beginnt das Geländespiel. Es werden Gruppen gebildet und alle wild durcheinander gewürfelt. Dann beginnt eine wilde Jagd nach Kasimir. Denn er wurde entführt und es gilt Hinweise zu finden.
Am Ende geht alles gut aus und Kasimir kehrt gesund und munter nach Hause zurück.
Statt der angekündigten Workshops geht es nachmittags spontan zum Baden. Ein Highlight vor dem Hintergrund der bereits den ganzen Tag herrschenden Hitze.
Abends dann gibt es ein großes Grillfest zu Ehren Kasimirs.
Anlässlich des Abschieds gibt es noch ein Lagerabzeichen für alle Teilnehmer.
Montag
Viel zu schnell ist es Montag und die Morgenrunde des letzten Tages beginnt.
Wir trällern noch ein Lied oder zwei...
Pankow leitet noch ein Hüpfspiel an, dass relativ schnell in viel Bewegung ausartet.
Und dann beginnt der Abbau. Die explodierten Taschen und Rücksäcke müssen wieder zurück gefüllt werden. Ein Wunder wie das gehen soll. Immerhin ist am Ende nichts übrig, ob alles in die richtigen Taschen wandert, weiss der liebe Gott.
Die Hänger werden beladen und mit der Hilfe von OSW und Hamm sind wir tatsächlich kurz vor dem Mittagessen fertig. Zeit für eine kurze Reflektion mit den Kindern.
Danach gibt eine Wurst im Brötchen auf die Hand. Bloss kein Spül mehr, denn wer weiss schon wo das Geschirrhandtuch verstaut ist.
Lustig ist die Versteigerung der Fundsachen. Immerhin finden hier manche geliebt Stücke wieder, anderen gelingt ist durch Geschwindigkeit, ganz neue Dinge an Land zu ziehen.
Nur die dreckigen Schlüpper gehen schwer weg. Jetzt wird die Zeit knapp. Nichtsdestotrotz das Abschiedslied muss sein.
Tschüss - Kasimir - hoffentlich sehen wir uns nochmal!